Wir sollen frueh aufstehen, damit wir rechtzeitig zum "kleinen Nadamfest" in Dsuunchangai sind. Baja hat Pferde beim Rennen angemeldet und das erste Pferderennen beginnt bereits um 9 Uhr. Warum wir dann erst um 9 Uhr losfahren wollen ahnen wir bereits - unsere mongolischen Freunde kennen die mongolische Puentklichkeit. Wir ziehen unsere Dills an und nehmen nur unsere Kameras mit und fahren los. Obwohl es nun doch ziemlich spaet ist, besuchen wir trotzdem vorher noch Bajas Haus und bekommen noch etwas zu essen und zu trinken.




...und Jaeger?!

Eine ziemlich abenteuerliche Abkuerzung soll uns noch etwas Zeit verschaffen und tatsaechlich hat noch kein Rennen begonnen als wir endlich ankommen. Die Lage ist genial. Draussen vor der Stadt, in einem wunderschoenen Tal wird das "kleine Nadamfest" gefeiert.




Blick zurueck Richtung Stadt



Wir schlendern etwas zwischen den aufgereihten Fahrzeugen und Pferden hin und her und kaufen ein paar Suessigkeiten.








Ralf hat ein paar Canon Fans entdeckt

Bajas Tochter weicht mir heute nicht von der Seite



Bajas Frau besorgt uns einen guten Platz auf der Ehrentribuene, wo wir es aber nicht lange aushalten. Alle sitzen auf Kinderstuehlen vor Kindertischen! Eine Qual fuer unsere Knie.


Timka langweilt sich auf der Ehrentribuene

Vermutlich die Veranstalter

die Kinder erzaehlen Geschichten, tanzen und singern







Die aelteren Ringen - neben dem Reiten der wichtigste Sport in der Mongolei














Wir lassen uns bestaunen und finden schnell wieder zu unserem neuen Lieblingsspiel. Ich lasse mir erklaeren was heisst: "Ich moechte ein Foto von euch machen" ("Zirkick chin aftsch bollrow"?) und werde schon bald fuendig. Timka meint, sie haette zwei Maedels entdeckt, welche auf Ralf stehen.


Der gibt sich aber irgendwie nicht wirklich interessiert. Wahrscheinlich sind zwei zu wenig!?




Baja darf mit seinem Minivan den "Erste Hilfe Wagen" spielen und faehrt die Schiedsrichter und Offiziellen entlang der Rennstrecke. Ralf und Timka fahren bei einem Rennen fuer Dreijaehrige Pferde mit und sind erst nach etwa einer Stunden wieder zurueck. Waehrend wir warten werden wir von einem bereits heftig angetrunkenen angequatscht. Der will nicht einsehen, dass wir nix verstehen und so verdreucken wir uns. Wir sehen uns einen Ringkampf an und duerfen spaeter beim Rennen der Vierjaehrigen Pferde nun selbst im Fahrzeug der Schiedsrichter mitfahren. Zum Schluss sind es 18 Leute im Bus! Alle sitzen auf der rechten Seite, auf unseren Schoss, mit Sicht auf die rennenden Pferde, um ja nix zu verpassen. Dabei sind die Szenen im Bus viel interessanter als das Rennen selbst! Das Pferderennen muss das Ereignis des Jahres hier draussen sein, denn Erwachsene Maenner ticken jetzt voellig aus und vergessen alles um sich herum.

langsam geht es 15 km das entlang Richtung Start

es dauert ewig, vermutlich sind alle darauf bedacht ihre Tiere zu schonen bis es wirklich losgeht

Der Start des Rennens ist nicht ganz wie geplant verlaufen. Noch waehrend alle Reiter ihre Pferde extrem langsam zum Start treiben, sieht man das die Tiere immer unruhiger werden und spueren dass es gleich losgeht. Ploetzlich bricht ein Pferd aus und rennt los, obwohl der Startpunkt noch nicht erreicht war. Sofort drehen alle Pferde um und stuermen dem Ausreisser hinterher, ungeachtet des fehlenden offiziellen Startsignals. Eine Menge Erwachsener Maenner stand noch zwischen den Pferden um diese zu beruhigen und zum Start zu treiben. Diese laufen nun Gefahr einfach ueber den Haufen gerannt zu werden. Wir sind froh nicht mit zu den Pferden gelaufen zu sein! Genauso schnell wie die Pferde springen nun die 15 Schiedsrichter in den Minivan. Das Geschrei im Auto waere lustig, wenn wir dabei nicht staendig unter dem Beschuss von Spucke gewesen waeren.




Die 15km fuer welche wir vorher ueber eine halbe Stunde gebraucht haben, sind nun ruck-zuck wieder zurueckgelegt. Ein Pferd von Batnjams Bruder wird 4. und somit ist die Freude gross. Als Preis gibt es eine Medaillie und ein mongolisches Instrument.





Batnjams Bruder


Die Schatten werden langsam laenger

eine geniale Kolisse fuer das Fest


Die Siegerehrungen und Preisvergaben stehen an.








Wir treffen noch zwei Englaender, welche von China aus quer durch die Mongolei geritten sind. Unterwegs wurden ihnen wohl auch schon mal die Pferde gestohlen. Sie sehen ziemlich abgemagert aus und wir versorgen sie mit etwas Essen.









Wir warten noch das letzte Rennen ab (so gegen 17 Uhr) und fahren dann zurueck zu Bajas Haus. Dort steht mittlerweile der ganze Hof voller Pferde, so um die 50 Stueck! Auch einen grossen alten russischen Truck nennt Baja sein eigen. Wir bekommen ein leckeres Abendbrot - gefuellte Teigtaschen (nicht zu fettig), Sanddornsaft und Milchtee. Wir sind nun eigentlich ziemlich muede und kaputt, doch Batnjam will unbedingt noch zu einem Tanzabend. Es ist mittlerweile 22:30 Uhr und stockdunkel. Man kann eigentlich nicht ahnen in einer Siedlung zu sein - es gibt keine Strassenbeleuchtung. Wir kaempfen uns im Dunkeln von Bajas Haus hinaus auf die Strasse. Man kann kaum die Hand vor den Augen sehen. Ich folge einfach dem schattenhaften Wesen vor mir entlang der Hauptstrasse. Ab und zu wird man geblendet, weil ein Motorrad vorbei faehrt. Ein anderes mal hoert man einfach nur Pferdegetrappel in der Naehe. Wir stolpern dann aber doch nicht all zu lange durch das Dunkel und kommen an eine Drehtuer. Hier beginnt das Gelaende der Schule. Wir laufen - immernoch im Dunkeln - um ein groesseres Gebaeude herum.Auf der anderen Seite sehen wir eine groessere Menschenmenge wartend vor dem Eingang stehen.

Ein kleine Lampe leuchtet in der Naehe der Tuer. Es ist der Eingang zur Turnhalle. Wir duerfen irgendwie schnell vorbei an den Tuerstehern und betreten die alte Turnhalle, welche nach mongolischen Masstaeben gut erhalten ist. Baenke sind rund herum aufgestellte und an einem Ende der Halle erhellt eine einzige Gluehbirne die Halle mit spaerlichem Licht. Darunter steht eine Mongolin mit einem Synthezizer und spielt mit aufwendigen Bewegungen elektronische Walzer ab. Am Anfang finden sich nur Frauenpaearchen welche sich auf die Tanzflaeche trauen, doch schon bald muessen auch Melanie und ich mitmachen. Wir zeigen unser Ungeschick im Tanzen und machen ein paar Spaesse. Und schon haben wir ein paar Fans, welche uns mit einem Gemisch aus Bedauern und Ratlosigkeit ansehen. Auch Timka tanzt mit ihrem Papa. Das sieht deutlich besser aus. Timka war mal mongolische Vizemeisterin im Tanzen! Ihr Crashkurs in Bajas Haus hat uns allerdings nicht geholfen. Dennoch beteuern alle hoeflich das wir tolle Taenzer sind und so haben wir Spass. Nur Ralf ziert sich. Er sieht auch ziemlich fertig aus. Es geht ihm offensichtlich nicht gut. Ein huebsches mongolisches Maedchen bettelt ihn wegen eines Tanzes an, aber er bleibt hart. Mittlerweile scheint Ralf auch etwas Fieber zu haben. Es werden nun noch historische Taenze von Schuelern und Lehrern aufgefuehrt. Der Sprecher bedankt sich fuer den Besuch aus Deutschland. Wir verabschieden uns mit einer Polonese. Aber nur ein mongolischer Kindergartenmitarbeiter erkennt was das soll und schliesst sich uns an. Der Rest starrt uns fasziniert an.

Wir stolpern zurueck durch die Dunkelheit vorbei an Pferden und Reitern. Bajas Gehoefft ist irgendwann gegen den Sternenhimmel zu erkennen. Man hat uns in der Stube das Sofa ausgeklappt und wir koennen gut schlafen.
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