Wir packen unsere Sachen fuer einen Ausflug zu einem Salzsee zusammen und sind damit eigentlich den ganzen Vormittag beschaeftigt. Batnjam schlaegt vor, noch eine kleine Wanderung zu machen.

Wir hatten in der Nacht wieder Besuch in der Jurte
Das Wetter ist schoen, da aber nicht mehr viel Zeit bis zur Abfahrt ist, entscheiden wir uns fuer die kleinere Runde zum Berg hinauf, der direkt hinter den Jurten ist.


Wir kommen schnell ins schnaufen.



Wir sind auf etwa 1.800m Hoehe und haben nun einen tollen Ausblick auf die Taeler.




Wir machen jede Menge Fotos und bekommen von Timka mongolische Namen verpasst. Melanie heisst auf mongolisch "Namona" - die Zarte. Ich bekomme den Namen "Orgil", was wohl so viel wie der hoechste Gipfel heisst. Damit bin ich ganz zufrieden. Ralf heisst "Amra" - der Ruhige / Langsame.

Timka findet noch eine Pflanze, deren Blutensaft man so aehnlich wie bei unserem Klee, essen kann. Es schmeckt aber nicht suess, sondern eher wie ein saurer Apfel. Wir nehmen uns vor noch einen groesseren Auflug um das Tal zu machen, wenn wir wieder von unserem Ausflug zurueck sind. Wie immer gibt sich Batnjam grosse Muehe uns alles zu erklaeren. Besonders Spass macht es uns wenn Timka dabei ist. Wir verstehen uns super und sie verbreitet mit ihrem Lachen immer gute Laune. Ausserdem koennen wir mit ihr weiter Mongolisch bzw. Deutsch ueben.
Zurueck im Tal wird der russische Kleinbus bepackt.


Diesmal steigen 13 Leute plus deren Gepaeck ein. Wir fahren zuerst noch zu einem Onkel, der uns zusammen mit seiner Frau auf der kleinen Reise begleiten will. Es dauert eine ganze Weile bis es vom Onkel aus weiter geht.


Ich spiele unterdessen mit den Kindern und lasse mich mit ihnen einen Hang hinunterrollern. Zur Freude aller lande ich prompt mit dem Knie in einem grossen Haufen Kuhscheisse. Es dauert nicht lange und ein kleines Kind bringt mir einen Krug mit Wasser. Die Spuren lassen sich halbwegs beseitigen.

Jetzt geht es weiter zu einem Dorf, in welchem Baja wohnt. Teile des Gaepacks werden nun auf einen Dachgepaecktraeger umquartiert. Wir bekommen Sanddornsaft zu trinken und leckere Kekse.











Vor der Abfahrt schaffe ich es die Kamera fallen zu lassen. Der neue, 100 Euro teure Polfilter ist ordentlich zerkratzt. Die Kamera geht zum Glueck noch. Nun geht es weiter Richtung eines weiteren Bruders von Batnjam.





Es geht durch eine schoene aber trockene Landschaft. Wir machen einen Umweg um eine mongolische Goldgrube zu besuchen. Wir schauen zu wie etwas Gold gewaschen wird.





Tatsaechlich sind die Leute fuendig und bekommen etwa 0.5g Gold in winzigen Koernern aus der Ladung Schlamm am Ende heraus. Wir erfahren dass sie etwa 2g pro Tag schaffen, was wohl etwa 30$ entspricht. Man sieht den Leuten das harte Leben aber deutlich an.




Sie zeigen uns auch die Loecher die sie gegraben haben. Diese sind etwa 6-7 Meter tief und ueberhaupt nicht gesichert. Ich wuerde dafuer kein Gold der Welt hineinklettern! Aus diesen Loechern wird der Sand welcher die Goldkoerner enthaelt heraufgeholt uns spaeter gewaschen. Da der Boden aber ab etwa 1.5m tiefe gefroren ist, muss immer weider ein Feuer angemacht werden bevor man weiter graben kann. Wie es aussieht alles Handarbeit und absolut gefaehrlich.

Es ist nun schon sehr spaet und wir fahren zurueck zum Dorf, wo wir die Aelteren zurueckgelassen hatten. Alle springen wieder in das Auto und wir fahren noch 50km bis zum Bruder, durch einsamen, trockenes Gebiet. Immer wieder muessen wir anhalten, weil der Motor zu heiss wird. Niemand begegnet uns die ganze Zeit auf dem Hochland.

Im Dunkeln kommen wir dann aber doch irgendwann an. In der Jurte des Bruders bekommen wir wieder viel zu essen.Der Bruder selbst ist aber scheinbar nicht da. Wir schauen fasziniert zu, wie die Frauen ohne Tisch oder Stuhl Fleisch zerlegen, Kochen und Nudeln selber machen.Wieder gibt es Wodka. Wir rufen noch Deutschland an. Eine Nicht Batnjams arbeitet in der Poststation. Die Verbindung ist schlecht, aber wir koennen ein Lebenszeichen geben. Heute schlafen wir im Haus des Bruders und bekommen mit Timka ein eigenes Zimmer. Wir quasseln wie immer Abends auf deutsch / Mongolisch / Englisch und erfahren etwas ueber Timkas Leben und das hier in der Mongolei keiner die Chinesen mag.
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