Sonntag, 28. Januar 2018

13 - Nadamfest 1

12.7.2007



Blick aus unserer Jurte

Beim Furehstueck ruft mich Iltim weg und ich ahne schon, dass ich - wie schon angedroht - dem Schlachten eines Schafes beiwohnen darf. Ich schnappe mir die Kamera und schaue zu. Ich hoffe das mir nicht schlecht wird und versuche eine unbeteiligte Miene aufzusetzen. Schliesslich will ich als ganzer Kerl glaenzen. Es gelingt mir ganz gut. Das Schlachten der Tiere gehoert hier einfach zum taeglichen Leben. Ueberhaupt haben wir kaum einmal irgendwelche Landwirtschaft gesehen, Es scheint, als ob sich zumindest die Landbevoelkerung hauptsaechlich von Fleisch ernaehrt.
Anders als von mir vermutet wird dem Schaf nicht die Kehle durchgeschnitten, sondern es wird ein kleiner Schnitt am Bauch des Tieres gemacht. Dabei werden drei Leute gebraucht, einer haelt die Vorderbeine fest, einer die Hinterbeine und der andere schneided den Bauch auf. Dann greift der Henker in die Oeffnung, tief hinein und such in der Naehe des Rueckrats eine Arterie und durchtrennt sie. Soweit ich das so richtig verstanden habe , wird die Ader mit dem Finger zerrissen. Ein paar Minuten spaeter ist das Schaf tot. Es gibt ein paar weitere Schnitte in die Beine und ein grossen Schnitt entlang des Bauchs. Das Fell wird abgezogen. Alles erfordert Kraft und Geschick.  Die Drei Freunde sehen geuebt darin aus. Den Rest sehe ich mir nicht mehr an, den es ist noch frueh am morgen und mir ist kalt. Ausserdem habe ich Hunger. Trotz der morgentlichen Vorfuehrung. Das Schaf ist anlaesslich des huete beginnenden Nadamfestes geschlachtet wurden.


Nachwuchs = Nachschub

Ein junges Kalb welches am Vortag eigentlich noch kraeftig ausgesehen hatte ist ueber Nacht gestorben. Dafuer ist ein neues geschluepft. Interesannterweise darf das junge, maehende Lebewesen nicht bei seiner Mutter bleiben, sondern wird tagsueber von ihr getrennt. Es koennte der Herde wohl nicht folgen und bekommt so tagsueber nichts zu fressen und schreit deshalb erbaermlich.


ein Falke





Iltim - noch ein Falke





Zaehlung der Tiere












Haende waschen



der mitgebrachte Fussball bringt Spass bei den Kindern im Tal

Heute bekommen wir jeder ein Pferd mit Sattel und unternehmen einen Ausflug zu einem nahe gelegenen Berg.















Das Reiten gelingt uns heute schon besser. Es macht Spass! Wegen eines aufziehenden Gewitters kehren wir um und erreichen gerade rechtzeitig die Huette.

Dach zu - es regnet


Nach und nach treffen die Verwandten ein.




Wir ziehen unsere neuen tollen Dills an. Melanie erntet wieder viel Lob, weil sie darin einfach toll aussieht. Irgendwie sind alle der Meinung das ihre Schulter perfekt fuer einen  Dill sind.














Wir sitzen alle zusammen und wir machen vorsichtig erste Fotos von den Gaesten und Kindern. Nach und nach finden alle daran gefallen und nun werden wir aufgefordert mehr Fotos zu machen.


Ralf mit Wodka in der Hand - man sieht es ihm an



Die Feier endet fast in eine Fotografieorgie weil irgendwann einfach jeder fotografiert werden will. Es gibt wieder viel Milchtee und etwas Wodka.







Wodka trinken ist eine Kunst


Und es wird viel gesungen...





Und fotografiert...





































Einige Gaeste schauen sich das Finale im Ringen an. Fuer uns selbst etwas zu unspektakulaer. Aber in der Mongolei sind Ringen und Reiten die wichtigsten Sportarten.
Das Haus ist in zwei Teile gertrennt. Talabwaerts wohnt die Mutter. Dort sitzen fast alle Gaeste, dicht gedraengt in einem vielleicht 4 x 5 Meter grossen Raum. Im Teil talaufwaerst wohnt Batnjams juengster Bruder mit seiner Familie. Dort sehen wir das Finale im RIngkampf und spielen etwas "4 gwinnt". Abends spielen wir in der Jurte weiter Karten. "Muschik" (aehnlich Skat) und "108" (aehnlich Mau-Mau). Wir spielen sehr lange und brechen dann kurz nach Mitternacht ab. Beim einschlafen ueben wir im Dunkeln mit Timka deutsch und sie mit uns mongolisch. Gegen 1:30 Uhr schlafen wir ein.

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