Sonntag, 21. Januar 2018

12 - Wilde Reiter

11.07.2007



unsere Jurte

Gegen 8 Uhr fliegt die Tuer der Jurte auf. Es ist mit einem Schlag hell. So wachen wir auf. Ein kleines Maedchen bringt irgendwelche Sachen fuer das Fruehstueck. Wir haben nicht besonders gut geschlafen in der ersten Nacht in einer echten mongolischen Jurte. Melanie hat schlecht gelegen. Timka musste sich das Bett mit Beuna teilen. SIe ist 10 oder 11 Jahre alt und schlaeft zwar fest, quasselt aber im Schlaf und wirft ihren Arm regelmaessig in Timkas Gesicht. Ich selbst wache mitten in der Nacht auf, weil irgendetwas groesseres meinen linken Arm Richtung Schulter hinaufmarschiert. Ich kann es nicht gleich wegwischen, weil es unter meinem T-Shirt auf geheimer Mission ist. Etwas angewiedert zerquetsche ich das Ding im Dunkeln und Schnipse es irgendwo Richtung Zentrum der Jurte. Aber nun kann ich nicht mehr richtig schlafen, weil ich fest damit rechne dass gleich wieder etwas in meinen Schlafsack klettert. Gegen morgen hoere ich leises tippeln. Zuerst denke ich, dass etwas auf dem Dach der Jurte entlang rennt. Irgendwann bin ich mir sicher dass es doch auf dem Boden der Jurte unterwegs ist. Jedes mal wenn ich mich bewege huscht es weg. Ich lege mich so, dass ich zur Mitte der Jurte schauen kann. Nach etwa 10 Minuten hoere ich wieder das getippel. Ich mache die Augen vorsichtig auf und sehe eine Art Maus, mit kompakten Koerper, eher wie ein Hamster und mit ganz kurzem Schwanz, aber mit den typisch grossen Mauseohren. Ich versuche weiterzuschlafen, doese aber nur noch vor mich hin bis die Tuer auffliegt.


das Fruehstueck

Nach dem Fruehstueck, welches aus Brot mit Marmelade, Sahne und Muesli besteht, werden die Geschenke verteilt. Alle finden sich in unserer Jurte ein.


Schuhe fuer Batnjams Mama


Wodka fuer den aelteren Bruder (wirft da jemand einen neidische Blick auf die Flasche? ;) )


Die Mitbringsel und Geschenke werden inspiziert


und dann verteilt

Wir schenken Batnjams Mama Schuhe und geben ihr auch alle anderen Mitbringsel und Geschenke. Sie inspiziert alles und bestimmt zusammen mit Iltim wer was bekommen soll.


alle Kinder bekommen auch etwas


Die Beute wird vorgezeigt

hier fuer unsere mongolischen Freunde ein paar Bilder von einigen Anwesenden - leider kann ich mich nicht mehr an die Verwandtschaftsgrade erinnern:


Iltim - Batnjams grosser Bruder und bester Koch der Mongolei (Haende hoch!)


Batnjams Mama - das Familienoberhaupt (die Chefin)



(Batnjam - wer war das? Ich werde das hier noch korrigieren)


(Batnjam - wer war das? Ich werde das hier noch korrigieren)


(Batnjam - wer war das? Ich werde das hier noch korrigieren. Sie war immer super nett!)


(Batnjam - wer war das? Ich werde das hier noch korrigieren)



(Batnjam - wer war das? Ich werde das hier noch korrigieren)



(Batnjam - wer war das? Ich werde das hier noch korrigieren)


(Batnjam - wer war das? Ich werde das hier noch korrigieren)


der Kleine wird immer mal rumgereicht


Im Anschluss holt Batnjams Mama ploetlich drei Dills hervor. Wir freuen uns riesig und ziehen sie gleich an. Melanie bekommt sogar noch einen zweiten schicken Dill.


wir sind stolz auf die tollen Geschenke



Das war einfach genial!



wie ein paar echte Mongolen. Wodka trinken koennen wir schon, nun muessen wir nur noch Reiten lernen


die Kinder freuen sich ueber die Photos auf den Digitalkameras

Danach gab es frischen, selbstgemachten Joghurt in der Huette von Batnjams Mama. Im Fernsehen laueft ringen, live aus Ulan Bator.


Der schwarz-weiss-Fernseher ist an einen Autobaterie angeschlossen, welche wiederum von einem Solarpanel geladen wird. Das ist die einzig sichtbare Elektronik hier draussen. Der Joghurt schmeckt ganz gut.














der eigentliche Empfaenger der Milch findet die Aktion gar nicht lustig! ;)


jetzt hat Ralf gemerkt, dass das gar keine Stute ist ;)

Spaeter gehen wir zum Stute melken. Die Stutenmilch wird nur fuer den Milchschnaps verwendet. Stuten melken ist etwas komplizierter. Man muss noch mehr aufpassen und den rechten Arm um ein Hinterbein des Pferdes herumschlingen. Hat man diese Position erstmal erreicht ist man halbwegs sicher nicht getreten zu werden und kann die gleiche Bewegungen wie beim Kuhmelken machen. Am besten geht es, wenn man die Haende mit etwas Milch nass macht. Unsere Ausbeute und Geschwindigkeit ist wieder erbaermlich, aber wir sind trotzdem Stolz etwas herausbekommen zu haben.



Nun machen wir unsere ersten Reitversuche mit mongolischen Pferden. Es ist nicht so einfach wie gedacht. Unsere Erfahrung beschraenkte sich auf je einmal Reiten in Ecuador und auf Ruegen, wo wir einfach nur drauf sassen und die Tiere selbser wussten wo sie hinlaufen sollen. Hier nun mussten wir selber die Richtung vorgeben und mit "Tschu, Tschu" das Pferd anspornen sich zu bewegen. Ohne Sattel, nur mit einer duennen Decke auf dem Ruecken des Pferdes sitzt man auch gleich viel unbequemer.


Timka macht es vor


die erste Runde noch am Zuegel


Reiten in grandioser Landschaft


eine wilde Reiterin - ohne Sattel, ohne Schuhe


man sieht dass es Spass macht!


jetzt ist Ralf dran



Winnetou!





damit das Pferd nicht durchdreht, zeigt Batnjam ihm das es hier auch noch normale Menschen gibt


Ralf macht einen auf Gentleman


Ralf tut so, als haette er das Pferd hochgehoben und nicht die zierliche Timka :)

Ralf, der wildeste aller Reiter rasst im Galopp auf der Stelle


das Tal in welchem Batnjams Mama im Sommer lebt ist wunderschoen


Es macht trotzdem richtig Spass, auch wenn die kleinen Runden meistens am Pferdestall enden, das es den Gaul immer wieder magisch dort hin zieht.


wir Stellen fest, dass Frank waehrend des Reitens mitlaufen kann


Old Shatterhand





Timka sitzt deutlich eleganter auf dem Pferd


Bajas Sohn






hier wird mit einem kleinen Knochen das Knochemark aus dem grossen Knochen gepopelt


hier werden Nudeln gemacht


es gibt Nudeln zum Mittag

Am Abend schauen wir uns dann noch ein kleines Pferderennen an. Die Rennpferde werden auf Diaet gesetzt und sind fast den ganzen Tag auf der anderen Seite des Tals festgemacht.











Sie duerfen weniger fressen als ueblich und einmal am Tag eine Runde rennen. Es wird schnell kalt sobald die Sonne weg ist und so schauen wir uns nur das erste Rennen an und laufen dann zurueck zur Jurte.







Links ist der Tierarzt




ein Sammeltaxi







Old Shatterhands Frau?








wo bleiben die Reiter?


da kommt der erste


die Sieger




Baja hat ein gutes Pferd, er hofft auf einen Erfolg beim Nadamfest



Relativ spaet abends fahren wir noch zu einem Onkel im Nachbartal. Dort gibt es in der Jurte wieder jede Menge Geschenke und Milchtee. Das der Onkel auch den Wodka sehr mag, gibt es gleich vier Runden Wodka. Sogar Ralf trinkt den Becher einmal komplett leer und ist den Rest des Abends noch mutiger als sonst. Wieder werden Geschenke verteilt .


















 Der Abend geht lang, wir sind totmuede als wir endlich zurueck in unserer Jurte sind.

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