Sonntag, 26. November 2017

05 - Es geht los

04.07.2007, Es geht los!

Wir schaffen es, wie geplant, 7:00 Uhr zu fruehstuecken. Wir haben weniger als 5 Stunden geschlafen, aber wie wir von Batnjam erfahren (welcher ebenfalls puenktlich 7 Uhr hier bei seinem Brunder erscheint) haben einige - unter anderem der Fahrer Baja - nur eine Stunde geschlafen und in der Nacht die Reise vorbereitet. Zum Fruehstueck gibt es diesmal ziemlich fettige Wuerstchen, Reis und ein Spiegelei. In der Mongolei ist man gerne fettig.Die Wuerstchen werden scheinbar in Butter nur kurz angebraten. Wir haben haben ganz gut zu tun mit dem Fruehstueck und irgendwie muss ich auch Melanies Wuerstchen essen.


Blick aus unserem Fenster auf die Vorstadt



Dann, nun doch mit etwas Verspaetung, ist das Auto - ein russicher, gelaendefaehiger Kleinbus - voll beladen.


uns wird eine gute Reise gewuenscht


Wir werden nun herzlich verabschiedet. Troja verschuettet mit einem Loeffel etwas Milch auf die Reifen unseres Auto, um die Reise von allem schlechten zu befreien. Frueher wurde das genau so mit den Beinen der Pferde gemacht.


fuenfs spuren auf der zweispurigen Strasse und nochmal vier neben jeder Seite


Nun geht es auf schlecht erhaltenen Strassen schaukelnd aus der Stadt heraus Richtung Westen. Es ist aber auszuhalten. Die undankbarsten Plaetze haben Batnjam und Timka erhalten. Direkt ueber den schon bald heissem Motor. Eine Klimaanlage gibt es natuerlich nicht. Es geht durch trockene Steppe, vor bei an genau dem Tal, in welchen in wenigen Tagen das Nadamfest gefeiert wird. Deshalb sind auch schon viele Jurten und Pferde hier zu sehen.



Die asphaltierte Strasse muessen wir nach einigen Stunden verlassen, das sie erneuert wird. Nun bekommen wir schon mal einen kleinen Eindruck von dem, was uns noch bevor steht.


zum Glueck haben wir eine Mongoleikarte mitgebracht

Es geht jetzt ueber staubige, huckelige Pisten. Aber auch das ist auszuhalten. Nur die Hitze ist ist richtig unangenehm, insbesondere in den Phasen, wo wir wegen des Staubs von anderen Fahrzeugen die Fenster schliessen muessen.



jede Menge Staub







ein liegen gebliebener LKW mit Schafsfellen



Wir machen gegen 13 Uhr eine kleine Pause und essen eine Schmierkaeseschnitte mit Marmelade.



Klappe hoch. Der Motor muss abkuehlen


kurze Pause im Schatten


Dann geht es wieder weiter und wir erreichen irgendwann wieder die Strasse. Batnjam entscheidet nach einer kurzen Inspektion eines mongolischen Restaurants in einem kleinen Nest, dass es besser ist weiter zu fahren und lieber in einem Touristencamp in der Naehe essen. Dort ist es sehr schoen. Alles neu, eine fuer Touristen angelegte Anlage mit schicken Jurten zum uebernachten. Es gibt ein Restaurant und Toiletten (alles sehr sauber, aber kein Klopapier). In dem fast unecht wirkenden Felsen dahinter bruetet ein Bussard und zieht zwei Kuecken auf.












Batnjam


Iltim


Baja


Temka


Wir klettern auf den Felsen und machen einige Fotos. Zum Essen gibt es Hammelgulasch und Coca Cola. War beides gut. Wie erfahren, dass eine Uebernachtung fuer Auslaender 10$ und fuer Einheimische 5$ kostet.



Wir fahren aber weiter. Unterwegs kommen wir zu einem wichtigen Steinhaufen, wo auch wir jeder drei Steine ablegen (einen pro Runde um den Haufen) und uns etwas wuenschen duerfen.






Hier in der Naehe stehen einige LKWs mit Pferden darauf.  Die Pferde werden zum Fest transportiert und sollen dort auch schon ein Mal gewonnen haben. Siegerpferde zu sehen bringt nach mongolischem Glauben Glueck.






Vorsicht Rehe!?



So ein Kamel moechte man lieber nicht anfahren



Nach insgesamt etwa 290 km sehen wir im Sonnenuntergang Kamele ueber die Strasse laufen. Diese sind gerade unterwegs zu einem Wasserloch. Wir machen jede Menge Fotos. Irgendwann kommt auf eine Motorrad huppend ein Paerchen angefahren und wollen uns scheinbar vertreiben. Wir werden wohl fuer Diebe gehalten.  Batnjam erzaehlt uns spaeter, dass in letzter Zeit haeufiger gestohlen wurde und die Leute deshalb vorsichtig sind. Unter den Kamelen war ein weisses, welche sehr selten sind und daher auch sehr wertvoll sind. Deshalb trug es auch einen besonderen Halsschmuck.


ein seltenes weisses Kamel


ein Wasserloch


wieviele Kamele sind da zu sehen?


In der Naehe um die Wasserstelle ist alles schoen gruen. Unser Reisefuehrer Iltim entscheidet dass wir hier bleiben. Wir bauen die Zelte auf. Batnjams Zelt ist unvollstaendig und wird deshalb irgendwie zusammengetackert. Irgendwann findet auch Ralf alles fuer sein Zelt. Es gibt eine ganz leckere Suppe mit Rindfleisch zum Abendbrot. Im Anschluss kreist der silberne Napf mit Wodka. In der Reihenfolge des Alters muss jeder etwas sagen und dann mit dem Ringfinger dreimal Wodka verspritzen. Ich kippe mir den ganzen Becher tapfer hinunter. 

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Danach liegen wir bis es dunkel wird (etwa 22:45 Uhr) vor den Zelten und unterhalten uns. Wir erfahren dass das Sternbild "Grosser Wagen" hier sieben Goetter heisst und das Sternschnuppen "Tod" bedeuten und dass man deshalb, wenn man eine sieht, ausspuckt und sagt "Nicht fuer mich bestimmt!"





die erste Nacht unter freiem, mongolischen Himmel








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