Freitag, 8. Dezember 2017

07 - Heisse Quellen

06.07.2007

7:45 Uhr stehen wir auf. Es gibt wieder Fruehstueck auf Iltims schicken Teppich. Wie immer bereitet es uns einige Schmerzen auf den Knien oder im Schneidersitz zu sitzen. Aber ich habe das Gefuehl, dass es schon etwas besser geworden ist.






Wir raeumen unser Lager auf. Die Hunde sind immer noch da und betteln. Dieses Mal gibt ihnen Iltim auch einige Fleischreste, worum sich die Hunde dann ordentlich streiten. Es gibt wieder Tee, Muesli und Milch. Ausserdem Brot mit Marmelade, sowie ein leicht suesses, hartes und fettiges Gebaeck. Das schmeckt ganz gut und wird hier oft zum Tee gegessen. Wir verschenken ein paar Bonbons an die Kinder, welche von umliegenden Jurten hier her zum Fluss geschickt werden, um Wasser zu holen. Beim Essen ueben wir wieder etwas mongolisch. Wir packen zusammen und fahren in ein Dorf und sehen uns den einzigsten Dorfladen an.







Wir kaufen Brot und Baterien. Dann geht es weiter Richtung der heissen Quellen, welche heute auf unserer Route liegen. Die Berge sehen jetzt etwas schroffer aus, nicht mehr ganz so leicht geschwungen. Aber immer noch so wie man sich die Mongolei vorstellt. Endlos gruen unter blauem Himmel. Es gibt jetzt auch Baeume zu sehen (Laerchen) und die Taeler sehen nicht mehr so trocken aus.










Die heissen Quellen sehen ganz anders aus, als wir sie uns vorgestellt haben. Eingefallene Gebaeude und vergammelte Rohrleitungen praegen das Bild des kleinen Dorfes, welches einmal ein Kurort gewesen war.










An zwei Stellen sprudelt das vielleicht 45 Grad heisse Wasser aus alten Rohren. Wir waschen uns alle die Haare und machen ein paar Fotos. Das Wasser soll heilende Wirkung haben, wegen seines Mineralgehaltes. Melanie bereut das Haarewaschen schnell, denn ihr langen Haare verkleben schnell durch die geloesten Stoffe.












Dann geht es weiter auf den immer schlechter werdenden Feldwegen entlang. Auf einem schoenen Bergkamm essen wir ein paar Marmeladenschnitten und geniessen den tollen Ausblick ueber die Taeler.













Auch hier meint Iltim, dass alles sehr trocken aussieht. Es gibt kaum noch Wasser in den Fluessen und Wasserloechern. Von hier oben sehen zumindest die drei mongolischen Maenner den einsam stehenden Felsen, der unser naechstes Ziel ist. Dieser Ort ist den Mongolen heilig.










Am Felsen angekommen, sehen wir noch ein paar weniger weitere Reisende, welche um den Felsen laufen, Steine ablegen und Fotos machen. Batnjam spricht einen tradationell gekleideten Mann an. Er erzaehlt, dass er mit seinen Toechtern auch eine Reise macht. Die Familie macht bereitwillig Fotos mit und und staunen wir gross wir sind. Iltim, Baja und Timka sind inzwischen weitergefahren und bereiten ein leckeres Essen vor, welches Volkers Kesselgulasch in Deutschland in nichts nachsteht.





Iltim erzaehlt wieder lustige Geschichten - so lustig dass Timka, die sonst immer eher ruhig ist - sich am Boden kringelt und vor Lachen ihren Tee wieder ausspuckt.
Batnjam merkt manchmal nicht, dass er die Sprache umschalten muss - er spricht Mongolen auf Deutsch an und Ralf auf mongolisch.



Wir laufen nun weg vom einsamen Felsen Richtung Fluss, vorbei an den weidenden Yaks und Pferden. Irgendwann sehen wir den russischen Allrad-Minibus zwischen den Baeumen.Wir essen 17:15 Uhr den leckeren Gulasch von Iltim und Timka. Wir raeumen zusammen. Timka erledigt wie immer ohne zu muren die undankbaren Aufgaben. Wir versuchen so gut es geht zu helfen.



Wir fahren weiter durch die weiten, schoenen Taeler der Mongolei., immer Richtung Westen. Die Taeler sehen immer gruener aus. Ewig lange Reiehen von hohen Strommasten ziehen sich den ausgefahrenenden Feldwegen entlang. Oft sehen wir in der Naehe der Masten Kraniche mit ihren Jungen. Irgendwann kommen wir auf eine Schotterstrasse. Jetzt geht es schneller voran.

















Aber wir halten immer wieder an, um Fotos zu machen. Besonders zum Sonnenuntergang sieht es traumhaft schoen aus. Die durch die vielen Stopps verlorene Zeit versucht Baja durch hoehere Geschwindigkeit wieder auszugleichen.






Wir holen Wasser vom "Steinige Fluss" und reden uns ein, dass es sauber ist.. An einer Schlucht uebernachten wir. Es gibt Asia-Nudelsnacks zum Abendbrot und wir ueber wieder einige mongolische Woerter. Iltim sagt bei jeder Gelegenheit "Guten Tag". Er kann aber auch ein paar wichtige Phrasen wie "Heil Hittler" oder "Maschine da". Ganz in der Naehe gibt es ein Jurtenlager, wo man auch uebernachten kann. Der Besitzer hat keine Kunden und kommt deshalb zu uns und versucht unsere mongolischen Freunde zu ueberreden, bei ihm im Stall zu schlafen. Iltim ueberlegt, ob er ihm Wodka anbieten soll, aber der Mann hat wohl zu viele schlechte Sachen erzaehlt. Ein Reiter waere hier mal in die Schlucht gestuerzt, hier gaebe es giftige Schlangen und manchmal schlimme Stuerme, die schon ganze Viehherden in die Schlucht geweht haetten. Wir haben schon recht schnell gelernt, dass die Mongolen versuchen negative Dinge zu verdraengen und lieber alles rosa malen, das werden wir auch am naechsten Tag wieder erleben.



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